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Unheimlich süß – Zucker und seine vielen Gesichter

Zucker soll schlecht sein. Trotzdem brauchen wir ihn. Welcher Zucker ist gesund und welcher ungesund? Wo versteckt er sich überall? Und was empfiehlt sich stattdessen?

Zucker ist quasi überall. Ihn zur Gänze aus unserer Ernährung zu eliminieren, gleicht einer großen Herausforderung, denn er verbirgt sich in fast allen industriellen Lebensmitteln. Um ihn verstehen zu können, müssen wir ihn zuallererst aber einmal korrekt einteilen.

Zucker ist nicht gleich Zucker

Zunächst sollte man zwischen natürlich vorkommendem Zucker und Fabrikzucker unterscheiden. Zucker kommt in natürlichen Lebensmitteln z.B. im Obst und im Honig vor. Hier ist er jedoch in seinem natürlichen Umfeld, also in seinem organischen Ganzen, umgeben von Vitalstoffen eingebettet und wird dadurch optimal vom Körper verarbeitet. Fabrikzucker allerdings (auch raffinierter Zucker genannt) ist komplett isoliert und steht ohne die so wichtigen Vitalstoffe auf einsamer Flur. Er kann nicht optimal vom Körper verarbeitet werden und daher kurz- und langfristige negative Folgen für den menschlichen Körper mit sich bringen.

In der Vollwertkost ist es daher ausnehmend wichtig, vom natürlichen Zucker im Unterschied zum Fabrikzucker zu sprechen. Es gibt also doch eine wesentliche Unterscheidung zwischen den Zuckerarten.

Kohlenhydrate werden zu Zucker verarbeitet

Nehmen wir Kohlenhydrate auf, werden diese durch eine Vielzahl an Enzymen zu Glukose zerlegt, das dann – durch Vitamin B1 und jede Menge andere biologische Wirkstoffe – zu Kohlensäure abgebaut wird. Zum Schluss zerfällt es zu Kohlendioxid und Wasser und wird ausgeschieden. Vitamin B1 spielt also eine äußerst wichtige Rolle beim Kohlenhydratstoffwechsel. Je mehr Kohlenhydrate der Organismus verarbeitet, umso größer ist der Bedarf daran.

Die unterschiedlichen Gesichter von Fabrikzucker

Um die hohe Menge an Zucker in Nahrungsmitteln zu verschleiern, wird er oft in einzelne Bestandteile heruntergebrochen. So macht es den Anschein, als wäre die absolute Menge an Zucker viel geringer als sie tatsächlich ist. Hier nur einige Bezeichnungen für den Zucker, die nichts Anderes als Fabrikzucker bezeichnen: weißer Haushaltszucker, brauner Zucker, Milchzucker, Malzzucker, Vollrohrzucker, Sucanat, Ur-Süße, Ur-Zucker, Rapadura, Demerara, Panelista, Melasse, Rübensirup, Ahornsirup, Apfeldicksaft, Birnendicksaft, Frutilose, Maltodextrin, Reismalz, Gerstenmalz, Glucosesirup, Leucrose, Mascobado uvm.

Fabrikzucker hat also viele Gesichter. Nur weil er anders bezeichnet wird, heißt das keineswegs, dass er für den Körper besser verträglich ist. Beim nächsten Kauf auf die Fabrikzucker-Synonyme achtgeben!

Tricks der Industrie

Auf welche Tricks die Industrie zuweilen zurückgreift, ist schon faszinierend. „Mit Honig gesüßt“ heißt z.B. nicht, dass nicht auch Fabrikzucker mit von der Partie sein kann. Babykost „ohne Zuckerzusatz“ kann Fabrikzucker enthalten. Fertigtees für Babys verfügen zuweilen über bis zu 96% Fabrikzucker. Getrickst wird also ganz schön viel. Hier zeigt sich wieder eindeutig, dass Selberkochen einfach am sinnvollsten ist.

Die Folgen von Fabrikzucker

Die Folgen von übermäßig hohem Fabrikzuckerverzehr können sehr unterschiedlich ausfallen. Am schnellsten sichtbar ist Karies, das bereits nach mehreren Monaten zutage treten kann. (Mir hat einmal ein Zahnarzt erzählt, dass er im März stets den größten Zulauf an PatientInnen hat, was er eindeutig auf den hohen Fabrikzuckerverzehr zur Weihnachtszeit zurückführt). Auch alle Arten von Völlegefühl und Bauchschmerzen zeigen sich schnell. (Interessant zu wissen ist, dass sich der Verzehr von Fabrikzucker bis zu drei Tage später mit jenen Symptomen äußern kann).

Weitere Folgen sind eher längerfristig und können sich von Akne bis zu einer Veränderung der Darmflora, von Gewebereizungen bis zu einem Suchtverhalten, von einer erhöhten Infektanfälligkeit bis Diabetes uvm. erstrecken. Sehr oft bleibt jedoch im Dunkeln, dass die Symptome vom Fabrikzucker-Konsum herrühren könnten.

Alternativen zu Fabrikzucker

Ja, auch ich habe eine Schwäche für süße Sachen! Deswegen backe ich auch häufig selber, da ich weiß, was enthalten ist und mich nicht den Inhaltsstoffen der Industrie ergeben muss. In der Vollwertkost wird mit Honig und süßen Früchten gesüßt. Bei Honig sollte jedoch ganz besonders auf die Qualität geachtet werden. Ich würde ihn stets bei einem guten Imker erwerben und den Honig im Supermarktregal lieber stehenlassen. Bei den süßen Früchten eignen sich Bananen hervorragend, um einen Kuchen süß zu machen, was auch gut bei Leuten ankommt, die nicht mit der Vollwertkost vertraut sind. Über kurz oder lang ist es jedoch immer am sinnvollsten, von den vielen süßen Sachen etwas wegzukommen, was auch gelingt, wenn man die industriell gesüßten Produkte außen vor lässt. So wird einem wieder bewusst, wie süß eigentlich eine Banane schmecken kann – ganz alleine mit der Kraft der Natur.

Nun Lust auf was Süßes bekommen?

Süße Rezeptideen ohne Fabrikzucker

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